Die heilpädagogischen Tagesstätten

   

Die Einrichtung

Innerhalb des Vereins Kinder- und Jugendhilfe Bezzelhaus e.V. gibt es vier heilpädagogische Tagesstättengruppen.

Die erste Gruppe wurde im September 1992 in Gunzenhausen eröffnet. Im September 1995 folgte die Installierung der Gruppe in Treuchtlingen und danach öffneten zwei weitere HPTs in Weißenburg ihre Pforten. Die erste im Juni 1999 und wegen steigendem Bedarf, die zweite im September 2002.

Aufgenommen und betreut werden dort Schulkinder im Alter von 6 bis 13 Jahren, die aufgrund sozialer/emotionaler Verhaltensprobleme und/oder Lern- und Leistungsstörungen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefährdet sind.

Der Aufenthalt in der HPT ist auf ein bis drei Jahre angelegt. Die ganzheitliche Förderung und die Stabilisierung der gesamten Persönlichkeit des Kindes sowie dessen Integration in den Familienverband sind vorrangige Ziele der pädagogischen Arbeit in den Tagesstätten.

In der Praxis bedeutet dies, dass die auffälligen Verhaltensstrukturen nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil einer Gesamtpersönlichkeit mit einer eigenen Geschichte und vor einem speziellen sozialen Hintergrund (Familie, Schule…) wahrgenommen werden, die beachtet werden und die Betreuung maßgeblich prägen.

 

Zielgruppe

In den HPTs werden Kinder aus dem gesamten Landkreis Weißenburg - Gunzenhausen, sowie den angrenzenden Landkreisen aufgenommen. Sie besuchen die Grund- und Hauptschulen oder die Förderzentren in Gunzenhausen, Treuchtlingen oder Weißenburg. Die Kinder zeigen Verhaltensauffälligkeiten und/oder Entwicklungsstörungen, die einer intensiven heilpädagogischen Betreuung und Förderung bzw. therapeutischer Hilfe bedürfen.

Die Probleme können sich äußern im:

  • Emotional und psychosomatischen Bereich (z.B. mangelnde Affektkontrolle, Mangel an Selbstbewusstsein, Mutismus, Entleerungsstörungen…)
  • Sozialen Bereich (z.B. Einschränkung der sozialen Kompetenzen durch Ängste, Hemmungen, Aggression, Kontaktstörungen…)
  • Kognitiven Bereich (z.B. Lern- und Teilleistungsschwächen, mangelnde oder übersteigerte Leistungsmotivation, Konzentrationsschwächen…)
  • Wahrnehmungsbereich (z.B. motorische Unruhe, ADS, ADHS…)

Die Kinder benötigen eine umfassendere und intensivere Betreuung und Förderung als durch ambulante Hilfen geleistet werden kann. Gleichzeitig muss die familiäre Situation so intakt sein, dass das Kind in seiner Familie bleiben kann und eine stationäre Unterbringung nicht erforderlich ist.

 

Aufgaben der Betreuung

Kinder

  • Aufbau von 9 Juli, 2009 16:22n Kindern und Erwachsenen
  • Einüben von Umgangsformen hinsichtlich sozialer und christlicher Normen und Werte
  • Motivierung und Förderung bei Lern- und Leistungsstörungen
  • Bearbeitung individueller emotionaler/sozialer Problemstellungen

Eltern

  • Unterstützung im Erziehungsprozess / Stärkung der Erziehungskompetenzen
  • Training von Fertigkeiten im Umgang mit den Kindern
  • Hilfe zur positiven Veränderung der Familienbeziehung

 

Art und Umfang der Betreuung

Kinder

  • Öffnungszeiten:

In der Schulzeit ab Schulschluss bis 17.30 Uhr

Während der Ferienbetreuungszeiten von 10.00 bis 16.00 Uhr

  • In den Ferien wird die Möglichkeit genutzt eine Freizeit mit den Kindern im Ferienheim in Trausnitz/Oberpfalz zu gestalten
  • In der Gruppe arbeiten zwei pädagogische Fachkräfte. Gruppenübergreifender heilpädagogisch/psychologischer Fachdienst bietet die Möglichkeit von Diagnostik, heilpädagogischer und therapeutischer Einzel- bzw. Kleingruppenarbeit
  • Zusammenarbeit mit Beratungsstellen, mobilen Erziehungshilfen und Sozialdiensten

Eltern

  • Regelmäßige Beratungsgespräche
  • Elternabende
  • Aktionen mit Eltern und Kind
  • Familienwochenenden

 

Finanzierung

Aufgenommen werden Kinder über das örtliche Jugendamt im Rahmen einer Hilfe zur Erziehung (§27 in Verbindung mit §§32 und 35a SGB VIII). Die Kosten der Hilfe werden über einen Pflegesatz mit dem Jugendamt abgerechnet.

   
 
       
 
Aktualisiert: 9 Juli, 2009 16:13 by Karin Schuster