Der stationäre Wohnbereich umfasst insgesamt drei vollzeitbetreute Wohngruppen mit jeweils acht Plätzen und eine teilzeitbetreute Wohngruppe mit sechs Plätzen. Insgesamt kann somit 30 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Möglichkeit zum Wohnen und Leben in der Einrichtung geboten werden.
Alle Wohngruppen sind heilpädagogisch ausgerichtet und gemischtgeschlechtlich belegt. Sie unterscheiden sich aber aufgrund des unterschiedlichen Alters der Kinder und Jugendlichen in den Zielen und den Arbeitsschwerpunkten.
Die vollzeitbetreuten Wohngruppen untergliedern sich in eine Kinder- und zwei Jugendwohngruppen. In diesem Bereich ist aufgrund des noch erhöhten Betreuungsbedarfes eine rund um die Uhr Betreuung gewährleistet. Das Zusammenleben ist ähnlich wie in einer großen Familie. Der Tagesrhythmus ist geprägt von den Verpflichtungen wie Schule und Ausbildung, den festen Mahlzeiten und sonstigen Aufgaben die das Zusammenleben mit sich bringt. Darüber hinaus gibt es aber auch viel Zeit um zu spielen und zu lachen, Aktivitäten und Unternehmungen durchzuführen oder Freunde zu treffen.
Die teilzeitbetreute Wohngruppe ist für Jugendliche und junge Erwachsene ab 16 Jahren ausgelegt, die sich gezielt auf ein selbständiges und eigenverantwortliches Leben vorbereiten wollen. Hier wird schon ein großes Maß an Selbstständigkeit verlangt. Die Jugendlichen müssen ihr Zusammenleben, das eher einer Wohngemeinschaft gleicht selbst organisieren. Dazu gehört z.B. selbständig kochen, einkaufen, putzen oder auch aufstehen und zur Schule oder dem Ausbildungsplatz zu gehen. Neben diesen Pflichten gibt es aber auch im Gegenzug etwas mehr Freiheiten. Für alle Fälle ist aber immer mindestens ein/e Erzieher/in ansprechbar, ob direkt vor Ort oder telefonisch über die Rufbereitschaft.
Zielgruppe:
Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren, bei Geschwistern ist die Aufnahme von jüngeren Kindern möglich. Die Kinder und Jugendlichen zeigen anlage- oder milieubedingte Entwicklungsstörungen und Entwicklungsdefizite, erhebliche Verhaltensauffälligkeiten und Störungen im sozialen, emotionalen und kognitiven Bereich. Diese könnten sich z.B. folgendermaßen äußern:
Schwierigkeiten im Aufbau und Halten von Beziehungen
Schule schwänzen/stören, Streunen, usw.
Mangelnde Konzentrationsfähigkeit (z.B. Aufmerksamkeitsstörungen)
Langanhaltende Krisen und Konflikte in der Familie
Aggressive Verhaltensweisen gegen andere oder sich selbst
Delinquentes Verhalten (z.B. Sachbeschädigungen, Diebstähle, usw.)
Nicht aufgenommen werden können Kinder und Jugendliche mit starken körperlichen Behinderungen, einer geistigen Behinderung sowie Drogenabhängigkeit.
Ziele:
So unterschiedlich wie die Menschen selbst, sind auch ihre ganz eigenen Lebensfragen und Probleme. Wir versuchen individuell auf jeden einzugehen und gemeinsam mit ihm entsprechende Ziele festzulegen, die es dann auch gilt zu erreichen. Mögliche Ziele könnten demnach z.B. sein:
Erweiterung der psychosozialen Kompetenz des Kindes/Jugendlichen
Überwindung von Störungen und Entwicklungsdefiziten im emotionalen, psychosozialen, kognitiven und körperlichen Bereich
Förderung und Stabilisierung der Persönlichkeitsentwicklung
Finden eines eigenen Standpunktes im Leben durch Auseinandersetzung mit religiösen und weltanschaulichen Fragen
Entdeckung der eigenen Sexualität und Entwicklung einer positiven Einstellung zum eigenen Körper.
Fähigkeit und Bereitschaft zu selbständigem und selbstverantwortlichem Leben
Abbau und Vermeidung negativer Karrieren (Delinquenz, Sucht usw.)
regelmäßiger Schulbesuch
schulische Förderung mit dem Ziel der Erreichung eines adäquaten Bildungsabschlusses
Abschluss einer Berufsausbildung
Zusammenarbeit mit den Eltern:
Eine erfolgreiche Elternarbeit mit dem Ziel, das Verhältnis zwischen den Eltern und den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen zu stabilisieren, ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Im besten Fall gelingt eine dauerhafte Rückführung in die Familie. Entscheidend ist hier zum einen, eine enge Einbindung der Eltern in das alltägliche Leben der Kinder durch regelmäßige Kontakte zu den Erziehern, zum anderen eine gezielte Elternarbeit durch die Erzieher oder den psychologischen Fachdienst in Form von:
regelmäßigen Elterngesprächen
Krisengesprächen
Elternberatung
Eltern-Kind-Projekte
Familientherapie
Begleitetem Umgang bei sehr problematischen Eltern-Kind-Kontakten
Arbeit mit Kooperationspartnern:
Für eine gelingende Kinder- und Jugendarbeit ist eine gute und professionelle Vernetzung mit anderen Diensten, Einrichtungen und Institutionen notwendig. Aus diesem Grund arbeiten wir sehr eng mit z.B. den zuständigen Jugendämtern, den örtlichen Schulen und Ausbildungsbetrieben, Einrichtungen für Berufsbildung und Berufsförderung, Beratungsstellen und Vereinen zusammen.
Aufnahme:
Eine Aufnahme erfolgt in der Regel über das zuständige Jugendamt. Vor einer geplanten Festaufnahme ist ein Vorstellungsgespräch obligatorisch, damit sich sowohl die Kinder und Jugendlichen, ihre Eltern als auch wir als Einrichtung ein Bild machen und wichtige Punkte besprechen können.
Für wen ist das Bezzelhaus
Aufgenommen werden in die Wohngruppen des heilpädagogischen Heims verhaltensauffällige, entwicklungsverzögerte, milieugeschädigte, erziehungsschwierige Kinder und Jugendliche ab Schulalter. Bei Geschwistern ist auch die Aufnahme jüngerer Kinder möglich. Die Einweisung wird in der Regel durch ein Jugendamt veranlaßt. Nicht aufgenommen werden können Kinder mit starken körperlichen Behinderungen oder geistig Behinderte.
Für ältere Jugendliche gibt es, je nach Problematik, individuell verschiedene Betreuungsmöglichkeiten.
Weg und Ziel
Die Arbeit an und mit den Kindern und Jugendlichen geschieht aus christlicher Verantwortung für den Menschen und erfordert eine hohe fachliche Qualifikation. Die Kinder und Jugendlichen sollen zum selbstständigen, bewußten, eigenverantwortlichen Handeln erzogen werden.
Konkrete Ziele sind:
- Hinführung zum Schulabschluß
- Vertraut werden mit der Berufs- und Arbeitswelt
- Konflikte und daraus resultierendes Fehlverhalten abbauen
- Selbständig werden in allen Lebensbereichen
- Fähigkeiten zur Integration in die Gesellschaft erwerben
- Möglichst viele positive Erfahrungen in der Gemeinschaft sammeln
- Auseinandersetzung mit weltanschaulichen und religiösen Richtungen
- Finden des eigenen Standpunktes, des eigenen Wertes
Um diese Ziele zu erreichen sind folgende Maßnahmen notwendig:
- Ausführliche Anamnese
- Eltern- und Angehörigengespräche
- Konsultation eines Psychologen
- Konsultation eines Facharztes
- Erstellen eines individuellen Erziehungsplanes
- Ständige, begleitende Verhaltensbeobachtung
Für die Mitarbeiter wachsen daraus folgende Aufgaben:
- Regelmäßige Kontakte zu den Lehrern
- Frühbesprechung im Sinne des Informationsaustausches
Erzieher Fallbesprechung (=Erziehungsplan)
- Regelmäßige Erzieherkonferenzen
- Regelmäßige Supervision
- Praktikantenanleitung sowie
- Interne und externe Fortbildung
Besonders hingewiesen werden soll auf die heilpädagogische Arbeitsweise und die dabei eingesetzten therapeutischen Maßnahmen. Dazu gehören:
- Heilpädagogisches Werken
- Heilpädagogisches Spiel und Sport
- Psychomotorik
- Erlebnispädagogische Aktivitäten (z.B. Segeln, Kanufahren)
- Behandlung der Lese- und Rechtschreibschwäche
- Elementare Musik und Rhythmik
- Konzentrationstraining
- Gesprächstherapie
- Spieltherapie
- Elterntherapie
- Gruppengespräche (Kinderkonferenz)
- Vielfältige Freizeitaktivitäten im eigenen Haus in Gunzenhausen oder im eigenen Freizeitenheim Trausnitz in der Oberpfalz sowie in anderen Freizeiteinrichtungen. (Mehr Info's über "Trausnitz")
Das Bezzelhaus in Gunzenhausen
Zum Bezzelhaus gehören mehrere Gebäude.
Im Haupthaus (Rot-Kreuz Str. 6) befinden sich:
1 Gemeinschaftsraum für Feste und Feiern, Verwaltungsräume u. Küche, sowie 2 Wohngruppen für je 8 Kinder und Jugendliche.
Im sogenannten "Schömighaus" (Krankenhausstr.10) ist:
eine Wohngruppe mit 8 Jugendlichen.
Im Gebäude "Bühringerstraße 15" ist:
eine Wohngruppe für 6 Jugendliche, sowie ein Fitnessraum und eine Turnhalle
Im sogenannten "Fachdienstgebäude" befinden sich:
Büro- und Arbeitsräume des Fachdienstes und der Sozialen Gruppenarbeit
In 3 weiteren Gebäuden sind:
Wohnmöglichkeiten in Einzelappartements für Jugendliche und junge Erwachsene
Mitarbeiterwohnungen
Werkraum mit Maschinen und Keramikbrennofen
Angebote/Freizeitmöglichkeiten:
Segeln (Am Altmühlsee haben wir 2 Segelboote liegen.)

Kanufahrten
(Für Fahrten auf der Altmühl stehen vier Kanus zur Verfügung.)

Seifenkisten
Seit 1997 nehmen regelmäßig Jugendliche des Kinderheimes an Seifenkistenrennen teil. Im Sommer 2000 fand ein Qualifikationslauf zur deutschen Meisterschaft in Gunzenhausen statt.
Spielplatz

Werkraum
Auf dem Gelände stehen ein Werkraum für Holzbearbeitung und ein Brennofen zum Töpfern zur Verfügung.
Gymnastikraum
Zum Toben, Bewegen und Entspannen wird vor allem im Winter der Gymnastikraum genutzt.
Fitnessraum
Zudem steht uns ein Fitnessraum mit Hantelbank, Radtrainer und Kraftmaschine zur Verfügung, der gerne von den Jugendlichen in Anspruch genommen wird.
Zusatzangebot
Als Zusatzangebot bietet das Bezzelhaus heilpädagogisches Reiten
an.

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